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Gisela Beutler
(1919–1996)



Gisela Beutler: Leben und Schaffen


Sie war nicht nur die erste Frau, die sich am Fachbereich Neuere Fremdsprachliche Philologien der FU habilitierte, sondern auch die erste Professorin für Hispanistik Deutschlands. Gisela Beutler, emeritierte Professorin für Romanische Philologie, wäre am 20. Dezember 77 Jahre alt geworden. Nach Abitur und Ausbildung zur Übersetzerin studierte Gisela Beutler Anglistik und Romanistik in Frankfurt/Main, London, Oxford, Zürich und Bonn und schloß ihr Studium 1953 mit einer literaturwissenschaftlichen Promotion ab. Darauf folgte ein erster Forschungsaufenthalt in Lateinamerika. Drei Jahre lang bereiste sie Anfang der 60er Jahre Kolumbien, auf den Spuren der traditionellen spanischen Volkskultur. Seit 1964 war Beutler an der FU tätig, zunächst als Akademische Rätin, nach ihrer Habilitation 1971 als Professorin. Ihre Liebe zu Lateinamerika, ihr Interesse an der lateinamerikanischen Literatur und Kultur sollten ihr Leben wie ihre Forschung bestimmen. Weitere Forschungsaufenthalte führten sie nach Mexiko, wo sie in ländlichen Gegenden Aufführungen traditioneller spanischer Tanzspiele aufspürte. Zahlreiche Publikationen zeugen von diesen Untersuchungen.

Gisela Beutler galt im In– wie im Ausland als große Kennerin der spanischen und lateinamerikanischen Literatur, wobei sie sich in den letzten Jahren verstärkt der modernen lateinamerikanischen Lyrik zuwandte. In mehreren Artikeln widmet sie sich der hermetischen Dichtung des kubanischen Autors José Lezama Lima. Mit großem Engagement betrieb sie die Herausgabe eines Buches mit Interpretationen zur hispanoamerikanischen Gegenwartslyrik.

Auch nach ihrer Emeritierung 1985 blieb Gisela Beutler wissenschaftlich tätig. Sie beteiligte sich intensiv am spanisch–lateinamerikanisch geprägten Kulturleben Berlins. Ihren letzten Vortrag hielt sie vor wenigen Monaten während eines Kongresses in Schottland über ein Theaterstück des spanischen Barockdramaturgen Pedro Calderón de la Barca.



Quelle: Simson, Ingrid: "Romanische Philologin Gisela Beutler starb am 3. Dezember. Ein Leben für die Wissenschaft." In: FU–Nachrichten 1–2 (1997): LEUTE. (leicht modifiziert) (hl, ais)

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Gisela Beutler: Ergänzungen


Zum Nachlass Beutler vgl. http://www.iai.spk-berlin.de/biblioth/nachl/nachld.htm bzw. speziell [pdf]:

20. Beutler, Gisela (1919 -1996)

  • P: Hispanistin (erste Frau auf einer Hispanistik-Professur in Deutschland und erste Habilitandin der Neuphilologien an der FU-Berlin), lernte zunächst Übersetzerin und studierte anschließend Romanistik und Anglistik (Promotion 1953), arbeitete über Mexiko und Kolumbien, Schwerpunkte der Forschung: Avantgarde-Poesie Lateinamerikas, Folklore-Forschung, mittelalterliche Lyrik Europas.
  • I: Materialien, die im Zusammenhang mit Forschungs- und Lehrtätigkeit standen. Vor allem für Untersuchungen über den "Romancero" (Studien über kolumbianische Varianten von spanischen Romanzen) dürften die zum Teil noch nicht ausgewerteten Materialien von Interesse sein. Vortragsmanuskripte, Aufsätze, Notizen, Unterlagen von Kongressen, Fotos, Seminar-Materialien. Andere Teile des Nachlasses sind in den Besitz der Universität Jena und von Frau Dr. Ineke Phaf-Reinberger gelangt.
  • U: 5 Aktenordner, 2 Hefte, 3 Karteikästen mit Notizen, 20 Tonbänder mit Sprachaufnahmen (9 Kolumbien, 1 Ecuador, 13 Mexiko), 7 Diakästen.
  • E: Inventar (G. Vollmer und I. Phaf-Reinberger 1998).

Erklärung der verwendeten Abkürzungen:

  • - P: Informationen zur Person. Liegen keine Informationen vor, so wurde die Kategorie nicht angewendet.
  • - I: Kurze Beschreibung des Inhaltes.
  • - U: Angaben zum Umfang.
  • - E: Erschließungszustand. Ist das Material nicht erschlossen, so wurde auf diese Kategorie verzichtet.


Quelle: Schumacher, Gudrun; Wolff, Gregor: Nachlässe, Manuskripte und Autographen im Besitz des IAI. Berlin, Ibero-Amerikanisches Institut, November 2004: 15. (gbb, cm)

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